
Ich habe eine Sache im Arbeitsalltag lange nicht verstanden: Wie kann ein Problem so bekannt sein, dass wirklich jeder darüber spricht, und trotzdem passiert monatelang nichts?
Inzwischen sehe ich das erstaunlich oft. Ein Thema kommt im Meeting auf, alle kennen die Ursache und meistens weiß sogar jeder ungefähr, was eigentlich geändert werden müsste. Trotzdem taucht dasselbe Problem Wochen später wieder auf, als hätte man nie darüber gesprochen.
Am Anfang dachte ich wirklich, dass mit der Erkenntnis schon der größte Teil geschafft sein müsste. War etwas naiv. 😄
Denn oft fehlt gar nicht das Wissen darüber, was schiefläuft. Schwieriger ist, dass solche Themen zwischen Zuständigkeiten hängen bleiben, nie ganz oben auf der Prioritätenliste landen oder im Alltag einfach von dringendere Dingen verdrängt werden.
Dann arrangiert man sich irgendwann damit. Es entstehen Workarounds, zusätzliche Abstimmungen oder einzelne Kollegen, die das Problem immer wieder auffangen. Solange das halbwegs funktioniert, sinkt der Druck, wirklich etwas zu verändern.
Und genau das finde ich inzwischen spannend: Ein Problem kann lange bekannt sein und trotzdem Teil des normalen Arbeitsalltags werden.
Deshalb frage ich mich bei solchen Themen inzwischen weniger, ob alle verstanden haben, was schiefläuft. Viel interessanter ist, ob jemand wirklich Verantwortung dafür übernimmt, dass sich etwas ändert.
Denn zwischen „Wir wissen, dass das ein Problem ist“ und „Wir haben es gelöst“ liegt oft keine weitere Analyse.
Sondern Priorität, Verantwortung und irgendwann die Entscheidung, es wirklich anzugehen.









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